Service-Klassen: Mehr als Economy, Business und First

Eine der wichtigsten Fragen bei der Flugbuchung ist natürlich die nach der richtigen Serviceklasse. Zwischen der berüchtigten Holzklasse und privaten Suiten mit Butler-Service haben die Airlines inzwischen unzählige Zwischenstufen eingeführt um den Markt zu segmentieren und möglichst vielen Fluggästen entsprechend des jeweiligen Budgets und Komfortbedürfnisses ein ideales Produkt zu bieten. Hier stellen wir wesentliche Serviceklassen und Zwischenkategorien vor – von günstig bis luxuriös – und erläutern, wie sie dem Bewertungssystem von 1001 Journeys zugeordnet werden.

Basic Economy / Low Cost Economy

Während die traditionelle Economy Class, vor allem auf der Langstrecke, eher eine Aufwertung erfährt, z. B. durch eine zunehmende Verbreitung individueller Entertainment-Angebote, gibt es ein neues Schreckensszenario für Vielflieger, das vor allem amerkanische Airlines für sich entdecken: Basic Economy. Während sich der Sitz und der Bordservice nicht von der Economy Class unterscheiden, gibt es dennoch wesentliche Einschränkungen. So sind beispielsweise Sitzplätze nicht vorauswählbar, was dann meist mit einem der ungeliebten Mittelsitze in den hinteren Reihen endet, kein Aufgabegepäck enthalten und auch das Handgepäck schwer reduziert und die Kunden müssen mit der letzten Gruppe an Bord gehen. Vielflieger erhalten je nach Airline zudem keine Statusmeilen, keine Upgrade-Möglichkeit, kein Zugriff auf Plätze mit mehr Beinfreiheit und müssen auch sonst Einschränkungen bei der Wahrnehmung ihrer Statusvorteile hinnehmen. Diese Einschränkungen stehen vor allem für Statuskunden normalerweise in keinem Verhältnis zu der geringen Ersparnis gegenüber dem regulären Economy-Tarif.

Ein ähnliches Angebot stellen die Einstiegstarife von Low Cost Airlines dar, die neben dem reinen Transport und ein wenig Handgepäck oft keinerlei Inklusivleistungen bieten, auch keine kostenfreie Bordverpflegung. Allerdings können die Economy-Tarife von Low Cost Airlines typischerweise nach dem Baukastenprinzip um einzelne Service-Komponenten erweitert werden, was sie im Gegensatz zum Basic Economy-Konzept durchaus zu einem akzeptablen Angebot mit sehr gutem Preis-/Leistungs-Verhältnis machen kann.

1001 Journeys bewertet alle diese Angebote nach dem regulären Economy-Maßstab, hat in den Bewertungsrichtlinien entsprechende Optionen z. B. für kostenpflichtige Bordverpflegung vorgesehen und erwähnt in den Reviews, wenn kostenpflichtige Zusatzleistungen genutzt wurden.

Economy

Die Economy Class ist in fast allen kommerziellen Flugzeugen die Kabine mit den meisten Sitzplätzen. Sie stellt den günstigen Standardservice der jeweiligen Airline dar. Der Transport steht im Vordergrund und daher müssen beim Komfort Abstriche in Kauf genommen werden. Für Personen mit langen Beinen oder breitem Körperbau können die Sitze eine Tortur darstellen und am Boden ist mit Wartezeiten beim Check In, bei der Sicherheitskontrolle und beim Einsteigen zu rechnen. Gerade Passagiere der Economy Class profitieren daher am meisten von den Statuskarten, die für eine beschleunigte Abfertigung sorgen und den Beginn der Reise gar mit einem Lounge-Besuch versüßen können, der sonst nur den Kunden der höheren Kabinenklassen vorbehalten bleibt.

Dennoch geben sich die meisten Full Service Airlines Mühe, zumindest auf der Langstrecke auch die Economy Class halbwegs annehmbar zu gestalten, z. B. durch großzügige Freigepäcklimits, warme Mahlzeiten, ein kostenloses Angebot alkoholischer Getränke, Bildschirme mit individuellem Unterhaltungsangebot oder Komfortartikel wie Kissen, Decken oder sogar kleine Amenity Kits. Genau hier setzt der Bewertungsmaßstab von 1001 Journeys an: Es wird mit unserer Economy Class-Bewertungsliste herausgearbeitet, was über den reinen Transport hinaus geboten wird.

Leider gehen zunehmend auch Full Service Airlines dazu über, in der Kurzstrecken-Economy nicht nur das Aufgabegepäck kostenpflichtig zu machen, sondern auch auf Gratis-Getränke und Mahlzeiten zu verzichten und stattdessen ein „Buy Onboard“ Angebot zur Verfügung zu stellen.

Am oberen Rand des Economy-Spektrums bieten einige Airlines bei ihren teuersten Tarifen hingegen nicht nur die Möglichkeit zur kostenlosen oder kostengünstigen Änderung oder Stornierung von Tickets und erhöhte Meilengutschriften, sondern auch Zusatzvorteile wie Priority Boarding oder die Nutzung der Vorzugslinien an der Sicherheitskontrolle.

Extra Legroom Economy

Nicht nur die Premium Economy als Zwischenklasse zwischen Economy und Business erfreut sich zunehmender Beliebtheit, sondern auch für den klassischen Economy-Tarif werden immer häufiger Zusatzangebote unterbreitet, insbesondere die kostenpflichtige Auswahl von Sitzen mit erhöhter Beinfreiheit.

Der konkreten Ausgestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Vom bloßen Verkauf der Sitze in den Notausgangreihen über speziell dafür gewidmete Reihen mit größerem Sitzabstand bis hin zum Verkauf von freien Nebensitzen, ist das Angebot vielfältig.

Der Grund für die Auflistung als eigene Service-Klasse liegt an der breiten Verwendung der Extra Legroom Economy durch amerikanische Airlines. Bei diesen wird oft ein ganzer Kabinenabschnitt der Extra Legroom Economy gewidmet, der ähnlich einer echten Premium Economy auch eine relativ gute Privatspähre bieten kann. Nutzungsberechtigt sind Economy-Kunden, die entweder eine Zuzahlung leisten oder die Sitze im Rahmen ihrer Vielflieger-Statusvorteile erhalten.

Die Grenzziehung zwischen Extra Legroom Economy und Premium Economy kann sich schwierig gestalten, sofern nicht beide Optionen nebeneinander angeboten werden (z. B. bei American Airlines). Entscheidend für die Zuordnung bei Reviews von 1001 Journeys zur Economy oder Premium Economy Kategorie ist das Vorhandensein mindestens eines der folgenden Premium Economy-typischen Merkmale:

– Separate Buchungsklasse mit ggf. erhöhter Meilenvergabe

– Andere Sitzausstattung- oder Konfiguration, die über eine alleinige Erhöhung der Beinfreiheit hinausgeht (z. B. weniger Sitze pro Reihe)

– Zusatzvorteile beim Bodenservice und Bordservice, die über eine andere Boarding-Gruppe bzw. Priority Boarding hinausgehen (z. B. mehr Freigepäck, eigener Check In-Bereich, Lounge-Zutritt, bessere Verpflegung an Bord)

Premium Economy

Die beliebte Zwischenklasse Premium Economy bietet mehr als nur erhöhte Beinfreiheit. Eine „echte“ Premium Economy-Kabine glänzt im Gegensatz zur Extra Legroom Economy häufig durch einen verbesserten Sitzkomfort mit Bein- oder Fußstütze, beidseitigen Armlehnen für jeden Passagier, größerem Bildschirm und mehr Ablagemöglichkeiten. Standard ist zudem eine leicht erhöhte Sitzbreite und weitere Rückstellmöglichkeit des Sitzes.

Auch einige Kleinigkeiten können dazu beitragen, der Reise einen Touch an Exklusivität zu verleihen. Beispiele hierfür sind kleine Kulturbeutel, ein Welcome Drink, eine Wasserflache am Sitz, eine bessere Weinauswahl (ggf. sogar mit Champagner) oder ein umfangreicheres Mahlzeiten-Angebot, das zudem auf Porzellan statt Plastikgeschirr serviert wird.

Der Boden-Service unterscheidet sich zumeist ebenfalls von der regulären Economy Class. So gibt es oft mehr Freigepäck und einen eigenen Check In Bereich. Manche Airlines bieten für Premium Economy-Kunden zumindest an ihren Heimatflughäfen auch die Möglichkeit zum kostenfreien oder bezahlten Lounge-Zugang.

Die Bewertung durch 1001 Journeys richtet sich nach einer speziellen Premium Economy Liste, die den erhöhten Anforderungen bei den Airport-Abläufen, beim Sitzkomfort und beim Onboard-Service Rechnung trägt.

Business

Die Business Class ist die Serviceklasse mit der größten Spannweite an Sitz- und Serviceleistungen und daher die spannendste für Airline-Tester. So kann bereits der Sitz von einem Standardsitz wie in der Economy Class bis hin zur individuellen Suite variieren. Auf der Langstrecke geht der Trend hin zu flachen Betten (Lie Flat Sitzen), die jedoch anders als in der First Class durch kreative Sitzanordnungen in einer wesentlich dichteren Konfiguration ineinander verschachtelt sind. Dennoch gibt es bei vielen Airlines inzwischen Business-Sitze mit direktem Gangzugang von allen Plätzen. Zudem bieten die Business Class-Sitze häufig mehr Stauraum, größere Bildschirme, Steckdosen und umfangreiche Einstellmöglichkeiten.

Auch beim Service gibt es viele Unterschiede zu den niedrigeren Serviceklassen. Selbst auf der Kurzstrecke ist ein Snack oder gar ein warmes Mahl inbegriffen. Auf der Langstreck darf man ein Mehrgang-Menü erwarten und die Gerichte werden auf Porzellan serviert. Wenige Airlines bieten einen Restaurant-ähnlichen Service, bei dem jederzeit aus der gesamten Karte gewählt werden kann (Dine on Demand). Dazu werden erlesene Getränke gereicht. Zumindest bei den führenden Airlines gehört Champagner ebenso zum Standardprogramm wie eine umfangreiche Weinliste oder ein Cocktail-Menü. Zudem bietet die Spitzengruppe der Airlines eine Snack- und Getränkeauslage oder gar eine Bar.

Komfort und Details sind entscheidend: Eine rundum gelungene Business Class Reise besticht beispielsweise durch einen Zeitungsservice, ein exklusives Amenity Kit mit Kosmetikartikeln, und weiche Decken oder gar eine Matratzenauflage.

Am Boden darf man bei den meisten Airlines einen eigenen Check In Bereich, beschleunigte Abfertigung bei Sicherheitskontrolle, Einsteigen und Gepäckausgabe sowie Zugang zu einer Lounge erwarten. All diese Annehmlichkeiten sind bei der Business Class-Kriterienliste von 1001 Journeys-Reviews ebenso von Relevanz wie der Sitz und Bordservice. Die Kriterien decken wichtige Anforderungen für Geschäftsreisende wie WLAN, Steckdosen, Ablageflächen und flache Betten ebenso ab wie die Wünsche von Privatreisenden, die auf Exklusivität bedacht sind und den Flug bereits als wichtigen Teil des Reisekomforts oder gar als Erlebnis an sich betrachten.

Einige Airlines wie Qatar Airways oder Delta gehen dazu über, in einigen Flugzeugmodellen neue Business Class Produkte in Form von individuellen Suiten mit Schiebetüren anzubieten. Diese werden dann auch mit der Bezeichnung „Suites“ versehen (QSuite, Delta One Suite), stellen anders als eine echte Suite Class hinsichtlich Buchungsklasse und Meilenvergabe aber ein Business Class-Paket dar. Auch wenn nicht nur der Sitz und die Privatsphäre, sondern auch der Bordservice gegenüber dem normalen Business Class Standard der gleichen Airline nochmals verbessert sein kann, kommt daher der 1001 Journeys Business Class Bewertungsmaßstab zum Einsatz.

First Class auf der Kurzstrecke

Einige wenige Airlines, vor allem in den USA, in China oder im mittleren Osten, bieten auf manchen Kurzstrecken neben der Economy und ggf. Extra Legroom Economy oder Premium Economy nur eine als First Class bezeichnete Premium-Kabine, aber keine Business Class an. Dabei kommen dann entweder die Business-Kabinen von Langstrecken-Kabinen oder Narrow Body-Flugzeuge mit speziellen Business-Sesseln zum Einsatz. Mahlzeiten-Service und Komfort-Artikel bewegen sich typischerweise auf Business Class-Niveau. Unabhängig von der Buchungsklasse, die ggf. tatsächlich der First Class entsprechen kann und entsprechende Meilengutschriften und Lounge-Zugang bieten kann, bewertet 1001 Journeys diese Flüge nach dem Kurzstrecken-Business Class Maßstab.

First Class und Suite Class

Die First Class stellt die höchste Beförderungsklasse dar. In dieser Klasse darf man von flachen Betten, größtmöglicher Privatsphäre, geräumigen Waschräumen, individuellem Service sowie erlesensten Speisen, Getränken und Komfortartikeln ausgehen. Premium-Champagner, Kaviar, edles Geschirr und feinste Dekoration: Beim Menü-Service gibt es in der First Class keine Kompromisse. Das gilt auch für die umfangreiche First Class Bewertungsliste von 1001 Journeys. Wer mehrere Tausend Euro für einen solchen Flug bezahlt, möchte keine Abstriche machen müssen. Kleinste Mängel schlagen hier also deutlich gravierender mit Punktabzügen zu Buche als in den niedrigeren Klassen.

Bereits am Boden dürfen First Class Reisende mit separaten Check In Bereichen, teilweise gar in einem eigenen Gebäudeflügel des Flughafens, und exklusiven Lounges rechnen. Manche Airlines ergänzen die übliche Priority-Behandlung noch durch einen Chauffeur-Service oder einen Meet & Assist Service am Flughafen.

Auch aufgrund der immer komfortabler werdenden Business Class mit zunehmender Verbreitung von flachen Betten bietet nur ein kleiner Teil der Airlines überhaupt eine First Class an. Oft beschränkt sich das Angebot zudem auf bestimmte Flugzeugtypen und Routen.

Die First Class kann auch in Form einer Suite Class mit individuellen Apartments ausgestattet sein, die sich ggf. zu Doppelbetten verbinden lassen.

Als einzige Airline bietet Etihad im gleichen Flugzeugtyp (A380) neben der regulären First Class, die an sich schon in Form individueller Suiten (Apartments) ausgestaltet ist, parallel noch eine höhere Beförderungsklasse an: The Residence. Es handelt sich um einen eigenen Kabinenbereich mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und eigenem Bad, gekrönt durch einen persönlichen Butler-Service, Erfüllung individueller Menüwünsche und eine private Lounge am Flughafen.

Kontaktiere uns!

1001 Journeys
Kontakt@1001-journeys.com

Bewertung und Fazit