Ein Tag in Maskat

Maskat eine absolute Perle unter den Zielen im mittleren Osten. Im Gegensatz zu vielen modernen Retortenstädten wie Doha, Kuwait, Dubai oder Abu Dhabi, deren historische Substanz auf den ersten Blick von den modernen Wolkenkratzer-Wäldern und pompösen Shopping Malls verdeckt wird, ist Maskat eine entspannte Oase mit traditionellem Souq, Sultanspalast, prächtigen Moscheen und mächtigen Forts. Ob für einen Stoppover oder einen längeren Aufenthalt mit Ausflügen ins Umland – Maskat hat zwischen Küste und Bergen etliche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Anreise

Non-Stopp Flüge ab Deutschland nach Maskat bietet nur Oman Air an (ab Frankfurt oder München). Ab Zürich fliegen Oman Air und Swiss. Eine attraktive Alternative, die zudem ermöglicht, beim Transfer eine weitere Destination in der Region in die Reise einzubauen, sind die großen arabischen Airlines Emirates via Dubai, Etihad via Abu Dhabi oder Qatar Airways via Doha. Zur Einreise ist, auch für Transitreisende, die den Flughafen verlassen möchte, ein Visum nötig, das inzwischen bequem online beantragt werden kann.

Einige Kreuzfahrten im mittleren Osten (z. B. mit AIDA) steuern ebenfalls Maskat an. Deren Passagiere erhalten für bis zu 48 Stunden ein kostenloses „Tourist Entry Permit“ für Landgänge.

Unterwegs in der Stadt

Das engere Stadtgebiet besteht aus drei Kleinstädten: Maskat, Ruwi und Muttrah. Diese sind jeweils einige Kilometer voneinander entfernt und sind zu Fuß, zumal in Anbetracht der heißen Temperaturen, sehr beschwerlich und nicht zeitlich effizient nacheinander zu besichtigen. Hinzu kommt, dass einige der Sehenswürdigkeiten, die wir vorstellen, weit außerhalb der drei Stadtbereiche liegen. 

Taxis sind daher das Hauptverkehrsmittel in Maskat – leider im Vergleich zu den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Katar zu relativ hohen Preisen. Der Preis ist Verhandlungssache und vom Flughafen zu den Hotels in Ruwi oder Muttrah muss man mindestens 12-15 Euro rechnen. Zudem gibt es Maxi Taxis, die weniger als einen Euro für innerstädtische Fahrten kosten, aber ihre festen Routen abfahren und nicht privat für ein spezifisches Ziel gebucht werden und daher für kurze Aufenthalte zu zeitaufwendig sind.

Der Big Bus mit seinem „Hop On Hop Off“ System ist nur bedingt zu empfehlen. Aufgrund der Wartezeiten, der teuren 24 Stunden-Karte (ca. 60 Euro) und der inzwischen nicht mehr vorhandenen Stopps im Qurum-Gebiet (Strand, Oper, Qurum National Park) bringt der Bus für Kurzzeitbesuche einen Nachteil gegenüber dem Taxi. Bei längeren Aufenthalten ist der Big Bus eher überlegenswert, da die 48 Stunden-Karte kaum teurer ist und eine Rundfahrt Einblicke in spannende Ecken bietet, die man mit dem Taxi einzeln nur mühsam erkunden kann.

Wer mit einem Kreuzfahrtanbieter für einen Tag nach Maskat kommt, ist aufgrund der weiten Distanzen und weitgehend fehlenden öffentlichen Verkehrsmitteln hier im Gegensatz zu anderen Städten mit den organisierten Touren am besten bedient. Einige Anbieter haben auch vergünstigte Partnertarife für den Big Bus.

Vormittags

Die Sultan Qaboos Moschee liegt in der Nähe des Flughafens. Kommt man am Vormittag an oder fliegt am Vormittag ab, lässt sich diese Sehenswürdigkeit ideal auf dem Weg vom oder zum Flughafen einbauen. Die Moschee kann auch durch Nichtmuslime besichtigt werden, jeden Tag außer freitags zwischen 8:00 und 11:00 Uhr. Kinder bis 10 Jahre sind in der Regel nicht zugelassen und lange Kleidung wird erwartet.

Der Weg zur Moschee führt durch eine kleine Parkanlage. Der Innenhof besteht aus weißem und grauem Marmor, blitzsauber poliert. Für den 22 Tonnen schweren Teppich in der Hauptgebetshalle, an dem 600 Knüpfer drei Jahre lang arbeiteten, wurden 28 verschiedenen natürlichen Farben verwendet. Darüber hängt ein 14 m hoher Kronleuchter aus unzähligen Swarowski-Kristallen.

Mittags

Mit dem Taxi geht es weiter zum Altstadtbereich, dem eigentlichen „Maskat“. Das auf zwei Seiten von Bergen und zwei Seiten von Stadtmauern umgebene und von den Forts Al Mirani und Al Jalali überragte historische Zentrum ist von malerischer Schönheit. Der Royal Palace, in dem der Sultan residiert, wirkt als entstamme er den Erzählungen aus 1001 Nacht, wurde aber tatsächlich erst 1972 erbaut. Touristen ist es möglich, bis zum mächtigen Tor mit seinen goldenen Wappen zu gehen und das mit reichlich Marmor und makellosen Pflanzanlagen ausgestattete Gelände zu bestaunen. Ein weiterer Höhepunkt ist das Stadttor, in dem sich das Muscat Gate Museum mit Ausstellungen zur Stadtgeschichte befindet.

Nachmittags

Von der Altstadt begibt man sich am besten zu Fuß in Richtung Corniche, da auf dem Weg mit dem Riam Park, einem kleinen Wachturm und diversen Statuen einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken sind.

Den Einbruch der Dunkelheit erlebt man am schönsten an der Corniche bei einem Blick über den Hafen und anschließenden Bummel durch den Muttrah Souq. Der Markt ist nicht riesig, aber noch relativ traditionell gehalten. Hier gibt es Schmuck, lokale Kleidung und Handwerk zu fairen und vor allem verhandelbaren Preisen.

Abends

Im mittleren Osten werden zunehmend spektakuläre Theater, Opern- und Konzerthäuser errichtet und auch Maskat hat seit 2011 sein Royal Opera House – eröffnet mit einem von Placido Domingo dirigierten Gala-Abend. Vorstellungen gibt es an 5-10 Tagen pro Monat zwischen September und Mai, man braucht also ein wenig Glück, bei einer Kurzreise einen Opernbesuch realisieren zu können. Exklusive Dining-Gelegenheiten gibt es in der zugehörigen Galleria Mall, auch wenn kein Opernbetrieb gegeben ist.

Zurück zum Flughafen

Seit März 2018 ist ein brandneues Terminal mit mehr Check In- und Einreiseschaltern, Gates und besserer Ausstattung der öffentlichen Bereiche eröffnet. Für ca. 45 Euro kann man sich einen dreistündigen Zugang zur Primeclass Lounge kaufen oder per Priority Pass Zutritt erhalten.

Für alle, die noch ein wenig mehr Zeit in Abu Dhabi haben…

 Rundfahrt: Wir hatten weiter oben ja schon empfohlen, dass sich für längere Aufenthalte die Nutzung einer 48 h Karte von Big Bus lohnen kann um zwischen den drei Stadtteilen zu pendeln. Zudem bietet die Tour zusätzliche Erklärungen durch den Audio-Kommentar und man sieht schöne Ecken von Maskat wie das Parlament oder die zahlreichen aufwendig dekorierten Kreisverkehre „im Vorbeifahren“.

Museen und Kultur: Gegenüber dem Sultanspalast im Altstadtbereich befindet sich das omanische Nationalmuseum. Schwerpunkte sind die maritime Geschichte und das kulturelle Erbe Omans sowie eine stattliche Sammlung an historischen Waffen. Mein Besuch in Maskat war leider wenige Wochen vor der Eröffnung, sodass ich für das Museum noch keine persönliche Empfehlung aussprechen kann.

Entspannung: Zur Entspannung empfiehlt sich der etwas entfernte Stadtteil Qurum, wo sich nicht nur ein vier Kilometer lange Strandabschnitt befindet, sondern auch der Qurum National Park mit einer gut gepflegten Gartenlandschaft, einigen Fahrattraktionen und Kiosks. 

Ausflüge: Maskat ist aufgrund der überschaubaren Menge an Sehenswürdigkeiten nach 2-3 Tagen ausgeschöpft, aber es wäre schade, nicht mehr vom vielseitigen Oman zu sehen. Nahe liegend ist eine Tour nach Nizwa. In der früheren Hauptstadt des Omans (6.-7. Jahrhundert) gilt die Aufmerksamkeit vor allem dem runden Fort mit einem historischen Museum in den Katakomben sowie dem traditionellen Markt. Am besten verbindet man den Besuch in Nizwa mit einem Abstecher auf den grünen Berg Jabal Alkhdar. Hierfür gibt es etliche kommerzielle Anbieter. Abenteuerliche Naturen, die nur Nizwa sehen wollen, wählen den Bus. Alleine der Kauf der Fahrkarte kostete mich seinerzeit 20 Minuten, da kaum Englischkenntnisse außerhalb der Touristenattraktionen im Oman zu erwarten sind.

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Bewertung und Fazit